In Los Angeles haben sich unsere Weg mit Alena getrennt. Unsere jahrelange Freundschaft hat diese Reise nicht bestanden.

Ich bin allein weiter gefahren. Die Highway 1 am Ozean entlang Richtung San Francisco.

Zuerst war ich traurig und enttäuscht, dass unsere Freundschaft so banal und unerwartet zu Ende ging. Dann hat mich aber plötzlich so ein unglaubliches Freiheitsgefühl gepackt! So frei und schön habe ich mich auf der ganzen Reise nicht gefühlt! Das war genau das Gefühl, was ich auf dieser Reise erleben wollte! Endlich konnte ich die Musik im Auto richtig aufdrehen und lauthals meine Lieblingslieder singen! Ich konnte rechts oder links abbiegen, musste niemanden fragen. Ich habe Stops da gemacht, wo ich wollte und musste niemanden fragen, ob das Hotel oder das Restaurant auch dem/der anderen passt. Das klingt egoistisch, aber so habe ich mich gefühlt – befreit von dem sozialen Druck. Ich habe mich anscheinend in diesen 3 Wochen zusammen zu toll angestrengt, eine gute Freundin zu sein, und das hat mich ermüdet.

Draußen war es kühl, trübe, und windig. Im Auto – warm und gemütlich, es herrschte eine Super-Laune am Bord. Ab diesem Zeitpunkt habe ich mich in das Soloreisen verliebt und habe beschlossen, viel mehr allein zu reisen.

Die Nacht hat mich in Ventura erwischt. Ventura ist eine kleine Stadt direkt am Ozean. Hier habe ich übernachtet und am nächsten Morgen einen Spaziergang durch die Stadt gemacht. Neben einem Supermarket habe ich eine interessante Person kennengelernt.

Mein erster Gedanke war – er ist ein Vertreter einer seltenen nationalen Minderheit. Aber er ist ein Amerikaner. In Ventura geboren und lebt hier.

In Supermarket habe ich eine Menge Leckereien für mein Picknick gekauft und bin zum Frühstück zum Ozean marschiert.

Das Wasser im Ozean war sehr kalt. Das passte nicht in meine Vorstellung von der Kalifornischen Küste. Nur die mutigsten und die standhaftesten dieser Welt haben sich ins Wasser getraut – die Kinder.

Auf dem Pier gab es viele Fischer. Mit zwei von denen bin ich ins Gespräch gekommen. Sie haben mir ein paar Geschichten aus dem Leben erzählt. Die beiden waren seit Jahrzehnten obdachlos. Freiwillig. Sie können nicht mehr in vier Wänden schlafen, zum Schlafen brauchen sie den Himmel über dem Kopf. So haben die beiden mir es erklärt.

Sie ernähren sich zum größten Teil von dem Fisch, den sie abends am Feuer kochen.

Alles, was die beiden besitzen, ist in diesem Bild. Mehr wollen und brauchen sie nicht, haben sie gesagt.

Ich ziehe weiter die Küste entlang Richtung San Francisco.

Die häufig gestellten Fragen zum Soloreisen

  1. Ist das gefährlich, allein als Frau zu reisen? – Grundsätzlich nicht. Aber man sollte schon ein paar Grundregeln beachten.
  2. Was sind die Vorteile vom Soloreisen? – 1) Die wertvolle Zeit für sich, man lernt sich selbst besser kennen. 2) Die Freiheit das zu machen, was man will. Muss keine Rücksicht auf die Meinungen/Wünsche anderer nehmen. Ich denke, wir alle haben das manchmal nötig. 3) Die Mut – mit jedem Schritt allein, mit jeder gemeisterten Challenge, wird man stärker und mutiger. Das wirkt sich positiv auf das Selbstwertgefühl aus.
  3. Was sind die besten Reiseziele für Alleinreisende? – Als Start empfehle ich immer das Süd-Ost-Asien (Thailand, Indonesien, Vietnam, Malaysien usw). Diese Region gehört zu den sichersten der Welt, hat eine ziemlich gute Infrastruktur, ist preiswert und lässt sich gut bereisen.