Die Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit hat mich nach San Luis geführt. Unterwegs habe ich an jedem Hotel und Camping angehalten, aber nirgendwo gab es zu der späten Stunde einen bezahlbaren freien Platz. Bis San Francisco waren es noch 389 km.

Ich bin zum Hafen von San Luis gefahren. Es war so schön, dunkel und ruhig. Ich habe beschlossen, da zu bleiben und im Auto zu schlafen. 3 Meter vom Ozean, kein Mensch weit und breit, ganz, wie ich es mag!

Ich habe mir Tee gekocht, eine kleine Mahlzeit gebastelt und beim Abendessen den Ausblick “ins Schwarze” genossen. Nur das Wellenrauschen und das Gestöhne von Robben. Ich habe mir einen gemütlichen Schlafplatz im Auto organisiert und bin sehr zufrieden eingeschlafen.

Eingeschlafen bin ich in einer absoluten Einsamkeit und aufgewacht mitten im menschlichen Trubel! Es war so laut wie auf einem Bazaar. Die Fischer haben laut den Fang besprochen, ein Meter von meinem Auto entfernt wurde ein großes Boot repariert, Touristen in großen und kleinen Gruppen hin und her marschiert. Keine Spur von der nächtlichen Romantik. Dafür war der Ausblick von meinem Schlafplatz aus so schön!

Beim Tageslicht habe ich die Quelle von dem nächtlichen Gestöhne entdeckt – ein Boot voller Robben.

In der Nacht ist leider mein kleiner Gaskocher verschwunden. Deshalb ist mein Teekränzchen zum Frühstück ausgefallen.

Ich habe einen kleinen Spaziergang gemacht und habe festgestellt, dass ich in einem ziemlich edlen Bezirk übernachtet habe. Im Dunklen habe ich all die schicken Resorts und Hotels gar nicht gesehen. Wie schön, dass ich kein Hotelzimmer für diese Nacht gefunden habe. Sonst hätte ich diese einsame Nacht im Hafen mit den Robben vermisst. Hotels gibt es überall, man vergisst die meisten schon am nächsten Tag. Aber an diese dunkle Nacht im Auto kann ich mich immer noch sehr gut erinnern.