In Arizona, in einem Reservat der Indianer Navaho, haben uns technische Probleme eingeholt. So mussten wie in eine Autoreparatur, um Reifen zu checken. Das war auch gut so, weil wir dadurch eine Möglichkeit hatten, “richtige” Indianer im “richtigen” Alltag kennen zu lernen. Davor hatten wir nämlich eine ziemlich schräge Erfahrung mit einer Führung in ein “super echtes und authentisches Indianer Dorf” gehabt. Ich will niemanden beleidigen, aber das war vielleicht ein komischer Zirkus für Touristen!

Durch die Probleme mit dem Auto haben wir mehr Zeit in diesem Reservat verbracht und viel Kontakt zu den Menschen gehabt.

Route 66 Arizona Autoreparatur

Sehr freundliche Navaho-Männer haben in 20 Minuten unsere Reifen gecheckt und aufgepumpt. Für diese Arbeit haben sie 3 Dollar 12 Cent gefragt. Ich dachte, ich höre falsch und habe sogar nachgefragt. Aber es blieb bei 3 Dollar 12 Cent. Sehr freundliche Preise. Die Werkstatt hat uns gut gefallen.

Während sich die Männer um unser Auto gekümmert haben, haben wir uns im Hof umgeschaut und paar interessante Autos entdeckt.

Ein Chevrolet aus dem Jahr 1967. So ein Auto möchte ich auch mal fahren.

Danach haben wir uns auf den Weg gemacht. Unser Ziel war der “Arch National Park” in Utah. Wir wollten keine langweiligen Highways fahren und haben uns eine alternative Route ausgesucht. Laut Karte verlief sie durch Wälder und Berge, sehr schön und romantisch. Der Wald war wirklich sehr schön, und wir haben die ersten 30 Kilometer der Route richtig genossen. Bis es dann nicht mehr ging.

Wir haben Äste gesammelt und sie unter Reifen gesteckt, alle möglichen Tricks ausprobiert, aber das Auto sank bei dem Regen immer tiefer in den Boden.

Es ist wichtig, auch solche Momente zu filmen, so habe ich alles für den Film aufgenommen.

Wir haben mehrere Stunden in diesem Wald um unser Auto rumgehoppelt. In dieser Zeit ist in dieser Straße kein einziges Auto gefahren und kein Mensch gelaufen.

Nach paar Stunden graben-buddeln-schieben haben wir beschlossen, Hilfe zu holen. Nach unseren Kalkulationen gab es in etwa 15 km ein Dorf. Wir haben uns auf den Weg gemacht. Es hat permanent geregnet, war dadurch sehr ungemütlich. Und der Gedanke von Grizzlybären war besonders unangenehm.

Während wir durch den Matsch gelatscht sind, haben wir uns “einen großen Dodge mit EINEM ordentlichen Mann” visualisiert. Und! Wir waren nicht mal eine Stunde unterwegs, da kommt er schon! Genau, wie wir es uns gewünscht haben – ein großer Dodge mit EINEM Mann drin. Wir waren verblüfft und endlos glücklich! Der Mann namens John war bereit uns zu helfen. Da wir beide sehr dreckig waren, haben wir uns hinten auf die Ladefläche gesetzt und sind zu unserem Auto zurück gefahren. 

Wir wurden gerettet! Danke, John!

Wir haben dann doch die “normale” und weniger romantischer Strasse Richtung Utah genommen. Das Auto hat sich beim Fahren seltsam geschüttelt.

Schon wieder sind wir Kunden in einer Navaho-Autowerkstatt.

Der nette Besitzer hat das Auto übernommen, und wir haben schon wieder etwas Zeit für eine kleine Fotosession.  

Das Problem wurde schnell behoben. Und diesmal wollten die Männer gar kein Geld. Was haben wir heute nur für gute Menschen auf unserem Weg? Wir sind zum Supermarket gefahren und wollten dem Meister eine Flasche guten Wein kaufen (wie das sich in Europa gehört). Aber im Supermarket haben wir erfahren, dass es im ganzen Indianer Reservat kein Alkohol verkaut wird. Wir haben eine hübsche Torte gekauft! Was für ein Tag! Und was für tolle Begegnungen! Danke Euch allen!