Wir haben beschlossen, uns einen alten und preiswerten Wagen zu kaufen. Das Auto sollte groß und robust sein. Und typisch amerikanisch aussehen. Gerne ein bisschen rostig – Hauptsache mit viel Charme. Wie in amerikanischen Road Movies. Es sollte gut fahren und es mindestens bis San Francisco schaffen.

Keine von uns beiden hatte bislang eine Erfahrung mit Autokauf im Ausland. Es war also an der Zeit, diese Lücke zu füllen.


Dieser Reisebericht mit Tipps & Insights stammt aus dem Film U.S.DRIVE von Svetlana Bodanova.

Ehrlich und persönlich. Alles andere als Glamour. Ein ganz anderer Blick auf Amerika.

Svetlana Bogdanova

Wir haben uns auf die Suche gemacht. Die Autos, welche unseren Kriterien entsprochen haben, gab es nicht in Manhattan. Dafür aber in etwas bescheideneren Orten um New York herum. Wir haben einen Zug genommen und sind in einem Ort in New Jersey ausgestiegen. Ganz spontan, weil es da viele Autohändler gab.

Gleise am Bahnhof in Manhatten.
Gleise am Bahnhof in Manhatten.

Vorteile Autokauf gegenüber Mietauto

Wir haben uns für einen Kauf entschieden. Das sind die Vorteile, welche uns überzeugt haben:

Auto kaufen ist günstiger als mieten: In einem großen Auto kannst Du auch einmal schlafen. Die Unterkünfte in den USA sind nicht billig, deshalb lohnt es sich, besonders bei einer Langzeitreise, diese Möglichkeit zu haben. Die Mietpreise für große Autos sind im Vergleich zu Kaufpreisen meistens sehr hoch.

Der folgende Screenshot zeigt den Preis für ein SUV von 1.779 Euro für einen Monat von Atlanta bis San Francisco. Das Mietauto liegt damit im unteren Preisbereich einer Spanne von aktuell 1.662 bis 2.927 Euro. Vermietet werden die Autos von economycarrentals.com.

Beispiel Mietpreis für einen SUV für ein Monat von Atlanta bis San Francisco.
Beispiel Mietpreis für einen SUV für ein Monat von Atlanta bis San Francisco.

Hohe Flexibilität: Man kann die Route flexibel gestalten und muss den Wagen nicht in den “Startpunkt” zurück bringen. Die Einweg-Anmietungen mit Abgabe an einem anderen (weit gelegenen Ort) kosten meistens eine zusätzliche Gebühr, welche nicht selten höher ist als der Mietpreis selbst.

Keine Kilometer Einschränkungen: Die meisten Mietwagen haben eine limitierte Kilometerzahl pro Tag oder pro Anmietung. Bei einer Langzeitreise kommt man schnell über das Limit und muss jeden Kilometer zusätzlich zahlen. Da kann man schnelle den Spaß am Fahren verlieren.

Keine Sorge um Gebrauchsspuren: Mit dem eigenen Wagen kann man unbesorgt jede Straße nehmen und muss sich keine Sorgen um eventuelle Beulen machen.

Chance auf kostenloses Auto: Einen gekauften Auto kann man nach der Reise verkaufen und (im Idealfall) den Kaufpreis zurück bekommen.

Wir haben viele Automärkte besucht, leider gab es keinen Traumwagen in unserer Preiskategorie. Dafür aber ganz viele gruselige Objekte für eine Fotosession und eine alte verblasste amerikanische Flagge, welche am Strassenrand steckte. Wir fanden sie schön und haben sie mitgenommen. Sie kommt mit nach San Francisco!

Autowrack mit amerikanischer Flagge.
Autowrack mit amerikanischer Flagge.

Unsere Suche nach einem Wagen war alles andere als effizient. Wir hatten keine Ahnung, wie man die Sache am besten angeht und haben einfach auf Automärkten und in Dealer Shops geschaut. Das war sehr zeitaufwändig, und die Auswahl war sehr gering.

Heute würde ich das anders machen – erst in Online Portalen oder in entsprechenden Facebook Gruppen ein paar Autos aussuchen, welche in Frage kommen und nur diese “besuchen”. Keine sinnlosen “auf-gut-Glück-Fahren” um New York herum.

Das sind die größten Onlineportale zum Autokaufen in den USA

  1. https://www.cargurus.com/

2. muss recherchieren, welche aktuell gut sind

3. hjhjh

Wir haben 3 Tage gesucht und endlich einen Wagen gefunden, welcher uns gefallen hat und in unser Budget passte. Die Verkäufer haben uns versprochen, der sei super fit und bringt uns locker nach San Francisco!

Wir haben es gekauft! Für 1500 USD.
Mit den Dokumenten und der Versicherung war es viel einfacher, als es zum Beispiel, in Deutschland oder in Russland ist. Die Versicherung hatte keine Probleme damit, dass wir keine nennenswerte Adresse in den USA hatten. Die Adresse von dem Motel, wo wir die letzte Nacht verbracht haben, war dafür völlig ausreichend. Wir waren zufrieden mit unserem Einkauft und super stolz, dass wir es hingekriegt haben, als Touristen ein Auto in den USA zu kaufen! Das große Abenteuer konnte endlich beginnen! Wir haben uns auf den Weg Richtung Chicago gemacht.

Wie kommt man als Tourist in den USA an eine Autoversicherung?

  1. In der Regel wird eine Autoversicherung in den USA für mindestens sechs Monate abgeschlossen. Die bei einer kürzeren Reise ungenutzte Differenz wird aber von der Versicherung erstattet.
  2. Heute kann man eine Autoversicherung unkompliziert online kaufen. Für uns hat der Verkäufer alles erledigt.
  3. Für den Abschluss einer Autoversicherung braucht man keinen Wohnsitz in den USA. Auch keine Anmeldung im Land. Es kann die Adresse des Händlers, eines Freundes oder eines Hotels sein.
  4. Die momentan günstigsten Autoversicherungen in den USA sind: —– —– —– (vllt Affiliate? wenn es gute dafür gibt?)

Nach etwa 300 km irgendwo in Pennsylvania ist es auf einmal so nebelig geworden, dass ich die Straße nicht wirklich sehen konnte. Ein Fahrer von der Nachbarspur hat uns angehupt und ein Zeichen gegeben, dass wir anhalten sollen. Er meinte, es war kein Nebel. Das war unser Auto und es hat gequalmt! Wir haben sofort angehalten, und der nette Mann ist unter unseren Wagen gekrabbelt. Er hat uns gesagt, dass man dieses Auto nicht mehr fahren darf. Es kann jede Zeit explodieren! Er hat die Polizei angerufen. Unser kurzes Glück war damit zu Ende.

Der Polizist hat einen Abschleppdienst angerufen, und der Wagen wurde in eine Garage geliefert.

Ein Handwerker in der Werkstatt hat uns bestätigt, dass der Wagen einen totalen Schaden hat. Die Reparatur würde mindestens 3 Wochen dauern und sogar etwas mehr kosten, als der Wagen selbst.

Wir haben ganz andere Pläne für die kommenden 3 Wochen gehabt! So haben wir beschlossen, den Wagen in dieser Wertstatt zu lassen. Mit dem Besitzer haben wir vereinbart, dass er das Auto behält und dafür keinen Abschleppservice von uns kassiert.

Unser Auto mit einem totalen Motorschaden in einer passenden Nachbarschaft.

Verlegen kichernd, mit 2 Rucksäcken und 20 Tüten sind wir in ein Taxi gestiegen und zu einem regionalen Flughafen irgendwo in Pennsylvania gefahren. Da wollten wir unser Glück versuchen und ein Auto mieten. For dem Eingang zum Flughafen haben wir unsere Einkäufe sortiert, einen Picknick gemacht, unser Budget kalkuliert und über uns selbst gelacht.

Das war ein sehr kleiner Flughafen, und es standen nur 3 Mietwagen zur Auswahl. Keins davon passte in unsere Vorstellung, wie ein Auto für einen Road Movie Film aussehen soll. Wir hatten aber keine Wahl und haben uns einen weißen Chevrolet genommen. Dadurch, dass wir schon eine Autoversicherung hatten (für unser gekauftes Auto) und es auch am Schalter mitgeteilt habe, wurde der Mietpreis für uns wesentlich reduziert. Wir haben uns gefreut, dass wir doch noch etwas Glück an dem verrückten Tag gehabt haben.

Was sollte man beim Automieten in den USA beachten?

Wir haben aus Not an einem Flughafen gemietet. Jetzt würde ich das auch anders machen – die Angebote online vergleichen.

  1. Oft ist es preiswerter, ein Auto für einen Monat zu mieten, als z B für 20-25 Tage. Weil der Monatspreis in der Regel wesentlich günstiger ist.
  2. Wenn die Rückgabe nicht am selben Ort stattfindet, sollte man unbedingt darauf achten, ob noch eine “Einweggebühr” zum Preis dazu kommt. Sucht nach Angeboten ohne Einweggebühr. Die gibt es auch!
  3. Ein Geheimtipp! Es gibt eine Möglichkeit, ein Auto in den USA für 1 USD am Tag zu mieten. … Über Car-Relocation hier?

Der Start unserer USA-Reise war ziemlich chaotisch und emotional. Ich habe alles gefilmt, auch in schwierigen Situationen, damit mein Roadmovie so authentisch wie möglich wird. Ich wollte alles im Film haben – sowie gute als auch unagenehme Momente. Jede Reise hat mehrere Seiten, im Film habe ich sie alle gezeigt.

Die häufig gegestellten Fragen

  1. Kann man als Tourist in den USA ein Auto kaufen? – Ja, für einen Autokauf in den USA braucht man keinen Wohnsitz und keine Anmeldung. So war das zum Zeitpunkt unserer Reise.
  2. Sind Autos in den USA billiger? – Ja. Dabei betrifft das nicht nur Autos aus der US – Produktion. Auch deutsche Autos sind in den USA viel preiswerter als in Deutschland.
  3. Wie kauft man ein Auto in den USA? – Der Ablauf ist viel einfacher als zB in Deutschland oder in Russland. Um ein Auto in den USA besitzen zu können, braucht man nicht mal eine feste Adresse oder eine Anmeldung. Heute würde ich nicht mehr auf den Automärkten suchen, wie wir beide es damals gemacht haben, sondern über Facebook Gruppen oder über Internetseiten, wo Privatpersonen Autos verkaufen.

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